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Biographie

In jungen Jahren schon wurde Kanazawas Interesse an den Kampfkünsten geweckt, da sowohl sein Vater wie auch sein Onkel Experten des Ju-Jutsu waren. Doch begann Kanazawa zunächst mit Kendō, so wie viele junge Menschen im Japan der damaligen Zeit. Etwas später betrieb er Judo und Boxen. Seinen ersten Kontakt zum Karate bekam er durch einen Klassenkameraden, der ihm die Grundlagen des Okinawa-Karate beibrachte.

 

Karate-Studium

Später studierte Kanazawa an der Takushoku-Universität in Tokio, wo er sich dem dortigen Shōtōkan-Dōjō anschloss. Hier wurde er Schüler von Nakayama Masatoshi und nahm gleichzeitig regelmäßig am Unterricht des legendären Gründers des Shōtōkan-Stiles, Funakoshi Gichin, teil. Somit ist er einer der letzten lebenden Karatemeister, die noch unter Meister Funakoshi studiert haben.

Nach dem Abschluss seines Studiums 1956 ging er zur JKA (Japan Karate Association) und wurde in die Instruktorenklasse aufgenommen. In diesem wurde die Elite der japanischen Karatelehrer technisch und pädagogisch ausgebildet, mit dem Ziel, durch sie Karate weltweit zu verbreiten. Weiterhin blieb Kanazawa Schüler von Nakayama, dem Chefinstrukteur der JKA.

 

Erfolge und JKA-Zeit

Trotz gebrochener rechter Hand gewann Kanazawa 1957 die 1. All-Japanische Karatemeisterschaft der JKA im Kumite (Freikampf). Ein Jahr darauf belegte er bei der 2. All-Japanischen Karatemeisterschaft den ersten Platz in Kata (Form) und teilte sich den ersten Platz im Kumite zusammen mit Takayuki Mikami, als nach vier Verlängerungen immer noch kein Sieger auszumachen war. Hiernach wurde er als professioneller vollzeitlicher Karateinstrukteur bei der JKA angestellt. 1961 bestand Kanazwa die Prüfung zum 5. Dan und ging als JKA-Chefinstrukteur nach Hawaii. Nachdem er 1966 den 6. Dan errang, wurde er zum JKA-Chefinstrukteur von Großbritannien ernannt und ein Jahr später Chefinstrukteur von Europa und des Deutschen Karate-Bundes. Kanazawa begleitete 1968 die europäische Karatemannschaft als Cheftrainer zur Teilnahme an der Karateweltmeisterschaft in Mexiko.

1971 kehrte Kanazawa nach Japan zurück und erhielt den 7. Dan. Er wurde Direktor der Internationalen Division am Honbu-Dōjō (Zentraldōjō) der JKA. Gleichzeitig wurde er Shihan (Hauptlehrer) der Dōjōs an den Universitäten Musashikogyo, Kantogakuin und Kitasato. 1972 war er Cheftrainer der japanischen Nationalmannschaft und nahm mit dieser an der 2. WUKO-Weltmeisterschaft in Paris teil. Vier Jahre später war Kanazawa Kampfrichter bei der 1. IAKF-Weltmeisterschaft in Los Angeles sowie bei den JKA Asia-Oceania Championships in Hongkong.

 

S.K.I. und Kanazawas Karate

Im Jahre 1977 schließlich, längst zu einer Karategröße auf dem internationalen Parkett geworden, verließ Kanazawa zusammen mit mehreren hochrangigen japanischen Karatemeistern die JKA und gründete 1978 den Verband Shotokan International Federation (S.K.I.), um ein eigenes Konzept umzusetzen, das sich mehr am klassischen Karate orientieren sollte. In den darauf folgenden Jahren bereiste Kanazawa regelmäßig die Länder, in denen sich S.K.I.-Verbände gegründet hatten, und war zudem Vorsitzender der seither durchgeführten S.K.I.-Weltmeisterschaften. Inzwischen ist die S.K.I. als einer der größten unabhängigen Karateverbände weltweit vertreten. Im Jahre 2002 wurde Kanazawa von der International Martial Arts Federation (IMAF) der 10. Dan zuerkannt. Noch heute bereist Kanazawa Jahr für Jahr die Welt, um sein Karate zu unterrichten.

Neben dem Karate hat sich Kanazawa mit vielen anderen Kampfdisziplinen auseinandergesetzt und deren Konzepte auch auf sein Karate übertragen. Seit mehr als 30 Jahren studiert er Taijiquan (Taichi) unter dem in Japan lebenden chinesischen Meister Yang Mingshi, dem Gründer des Taikyoku-ken, des Japanischen Taiji-Verbandes. Daneben hat er sich intensiv mit Kobudō, der alten Waffenkunst aus Okinawa, den verschiedenen Stilen des chinesischen Boxens sowie den vielen anderen Karatestilen beschäftigt. Im Zuge dessen kam Kanazawa auch mit dem Qigong (chinesisches energetisches Heilverfahren) in Kontakt und hat Verfahren desselben in sein Karate hinein übernommen. Obwohl Kanazawa Shōtōkan-Karate betreibt, hat er in den letzten Jahren auch Katas aus anderen Stilen in das S.K.I.-Programm übernommen, so beispielsweise die Katas Seienchin und Seipai aus dem Gōjū-Ryū wie auch die Katas Gankaku-sho (Chintō) und Niju Hachi Ho aus Okinawa.


 

Quelle: www.wikipedia.de